Klein zu sein, ist manchmal fein

Gerade in Zeiten wie jetzt im März 2020, wenn ein Virus unsere Gesellschaft und Wirtschaft zu überrollen droht und Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht, ist es gar nicht so schlecht ein kleiner Betrieb zu sein. Warum? Nun, dafür gibt es mehrere Gründe. In diesem speziellen Fall ist es z.B. offensichtlich, dass die geringere Personaldichte natürlich eine niedrigere Ansteckungsgefahr bedeutet. Aber damit nicht genug, die Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller, sind leichter umzusetzen, z. B. wenn spontan auf Home-Office umgestellt werden muss. In kleinen Betrieben gibt es dafür keine langwierigen Genehmigungsverfahren die durch endlose Management Ebenen gereicht werden, auch die Art der Entscheidungsfindung spielt dabei keine allzu große Rolle, denn kleine Firmen sind einfach leichter zu durchdringen.

Klar, als kleiner Betrieb ist man meistens abhängig von größeren Unternehmen -z. B. Zulieferern- und wenn diese ihr Arbeitspensum verringern oder gar die Arbeit einstellen, dann steht man vor einer großen Herausforderung. Andererseits kann man sehr agil auf Veränderungen reagieren, denn die Räumlichkeiten sind kleiner, die Anzahl der Teammitglieder „optimaler“ und im besten Fall ist auch die Informationspolitik so gut, dass sich Problempunkte oder gar Krisen schnell ansprechen und klären lassen. Die regelmäßige und transparente Kommunikation mit deinen Mitarbeitern, Kollegen, Partnern und generell deinen Mitmenschen ist enorm wichtig. Baue Vertrauen auf, erkenne Ängste, spende Trost und Halt, sei inspirierend und motivierend für andere. Es ist wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Anderen geht es genauso wie dir! Wenn du möchtest, dass alles reibungslos weiterlaufen kann, dann musst du mit positivem Beispiel voran gehen und andere in eben jenem Vorhaben unterstützen. Sei im Zweifelsfall der Dominostein, der einfach standhaft bleibt, wenn alles um dich herum zu fallen beginnt.

Machen wir ein Beispiel. Nicht nur Software-Unternehmen können ihre üblichen Tätigkeiten auch von zuhause aus erledigen, die Kunden können weiterhin betreut werden und ein Gefühl von Routine und Alltag kann vermittelt werden. Sehr gut möglich, dass man erst darüber nachdenken muss um einen Weg zu diesem Zustand zu finden – aber er existiert. Neue Wege zu beschreiten, kann besonders in Zeiten der Krise von größter Wichtigkeit sein. Denn Krise ist (schon im Chinesischen) stets Gefahr und Chance in Einem. Fokussieren wir uns auf die Chance, glätten wir die Wogen eines aufbrausenden Meeres, senden wir ein Signal, dass längst nicht alle in Panik verfallen, sondern das unsere Leben weitergehen. Das kann und soll eine Kettenreaktion auslösen und Kunden oder Partner dazu animieren, es einem gleich zu tun und diese Message weiterzugeben an andere Unternehmen, Firmen, auch Freunde und Familie.

Ein weiteres Beispiel, dass Hoffnung machen soll. Statt prophylaktisch alle Workshops abzusagen, haben wir begonnen die Inhalte zu digitalisieren und den Menschen die Möglichkeit zu geben sich sogar in der Isolation weiterzubilden. Vielleicht kann jemand einen wohlverdienten Bildungsurlaub einsetzen, statt nur Überstunden abzufeiern. Selbst wenn sich die Lage zuspitzt und entsprechende Maßnahmen verlangt, sind wir ortsunabhängig trotzdem beisammen – der Mensch bleibt ein soziales Wesen. Also Ausschau halten nach Lehrinhalten und digitalen Community-Treffen in Videokonferenzen und Live-Streams. Als Team rücken wir noch enger zusammen, sind für einander da und nehmen die Menschen gerne in unsere Mitte – auch über hunderte Kilometer örtlicher Entfernung.

Es ist gut ein kleiner, feiner David unter Goliaths zu sein, sonst gäbe es diesen Text und vielleicht ein warmes Gefühl der Hoffnung weniger!?

#flattenthecurve #youarenotalone