Nach der Absage ist vor der Zusage

5 einfache Schritte, wie du Absagen in deinem Bewerbungsprozess für dich wertvoll machst.

So gut wie jeder kennt das: du hast dich für eine Ausbildung entschieden oder deinen Berufsweg gewählt und machst dich voller Energie und Hoffnung an deine Bewerbungen. Dabei findest du vielleicht auch richtig passende Stellenangebote, auf die du dich sogleich bewirbst. Jetzt kann es endlich losgehen: Du bist bereit, motiviert, neugierig und in freudiger Erwartung – doch dann flattert ernüchternd eine Absage nach der anderen ins Haus.

An diesem Punkt kann die Hoffnung schnell verfliegen und aus der anfänglichen Energie plötzlich die Luft raus sein. Es ist, als ob die Realität da draußen sich überhaupt nicht für die eigenen Pläne und Träume interessiert und einem alle Türen eiskalt vor der Nase zuschlägt. Viele gerade junge Menschen fühlen sich dadurch entmutigt und glauben mit jeder weiteren Absage immer weniger an ihre tollen Ideen. Vielleicht beginnt mancher sogar an sich selbst zu zweifeln.

Dabei lassen leider viele angehende Durchstarter einen wichtigen Punkt unentdeckt : was der genaue Grund für die Absagen ist. Meistens denken wir schnell in sehr generellen Kategorien – das Ganze ist halt nichts für uns, wir sind eben nicht dafür geeignet, die Umstände sind einfach schlecht... und so weiter. Damit nehmen wir uns nicht nur die Möglichkeit selbst etwas zu verändern, sondern wir brauchen mit solch schicksalshaften Aussagen auch nicht genauer hinschauen, was der tatsächliche Grund sein könnte.

Das macht es gefühlt erstmal leichter, mit solchen Rückschlägen umzugehen – aber auf längere Sicht blockiert es unsere kreativen Möglichkeiten, die echten Schlüsse daraus zu ziehen und unseren Weg weiter zu gestalten.

Damit du dich bei Absagen weiter fest auf dein Ziel fokussierst, kannst du 5 einfache Schritte unternehmen, um die echten Gründe der Absagen herauszufinden, und neue Strategien zu entwickeln:

5 einfache Schritte, wie du Absagen für dich nutzbar machst

1. Hole dir Feedback vom Unternehmen

Es klingt fast schon zu banal, um es als wichtigen Schritt anzusehen, aber viele Bewerber scheuen sich davor, einfach mal beim potenziellen Arbeitgeber nachzufragen, was die genauen Gründe für die Absage sind. Wie oben schon erwähnt, füllen wir die fehlenden Antworten schnell selbst aus, mit unseren eigenen Vorannahmen und Generalisierungen. Ach, es werden wohl zu viele Bewerber gewesen sein. Sicher war mein Zeugnis nicht gut genug. Wirkliche Gewissheit erfährst du erst dann, wenn du konkret nachfragst.

Das mag im ersten Moment Überwindung kosten, ja vielleicht sogar etwas schmerzhaft sein – aber die ehrlichen Anmerkungen kannst du direkt für deine neuen Bewerbungen verwenden. Detaillierte und konstruktive Kritik erzeugt nämlich wertvolle Aha-Momente, die dich direkt weiterbringen.

Und es gibt oft noch einen weiteren wunderbaren Nebeneffekt: das Unternehmen wird vielleicht auf diesem Weg auf dich aufmerksam, weil du deutlich machst, wie wichtig dir das ist, wie offen du Kritik erfragst und daraus für dich lernen möchtest. Das sind menschliche Qualitäten, die gute Arbeitgeber zu schätzen wissen. Und vielleicht ergeben sich daraus ganz neue Möglichkeiten oder Angebote.

2. Schreibe deinen Motivationsbrief

Du findest deine Bewerbung top, hast gute Zeugnisse oder Referenzen zu bieten oder bringst schon einiges an Vorerfahrung mit – und trotzdem kommen nur Absagen zurück? Dann liegt das vielleicht daran, dass den potenziellen Unternehmen ein entscheidender Punkt fehlt: deine brennende Motivation hinter der Bewerbung. Warum du genau dort anfangen möchtest, was dich antreibt, welchen Sinn dieser Weg für dich erfüllt. Verfasse dafür deinen eigenen Motivationsbrief .

Dabei findest du nicht nur selbst heraus, was dich tatsächlich motiviert und welchen Weg du dafür einschlagen kannst, sondern du zeigst damit dem potenziellen Unternehmen deine Persönlichkeit. So gibst du ihnen die Möglichkeit, dich bereits mit deiner Bewerbung ein gutes Stück kennenzulernen – bevor ihr euch überhaupt begegnet seid.

3. Überprüfe dein sinnvolles Ziel

Wenn wir beim Thema Motivation sind: fällt dir beim Schreiben deines Motivationsbriefes vielleicht auf, dass deine inneren Beweggründe nicht zu dem Weg passen, den du bisher gegangen bist? Oder konkreter gefragt: passt deine Bewerbung überhaupt zu der Branche, in welche du sie verschickst? Wenn du zum Beispiel herausgefunden hast, dass du gern kreativ arbeiten möchtest, ergibt es wenig Sinn sich für eher technische oder verwalterische Bereiche zu bewerben. Solltest du dich in geordneten Strukturen mit klar abgegrenzten Aufgaben wohler fühlen, dann werden solche Bereiche mit vielfältigen und flexiblen Anforderungen «über den Tellerrand» nicht so dein Ding sein.

Ob bewusst oder unbewusst – solche inneren Motivationen fließen in deine Bewerbung mit ein, und entscheiden darüber, ob deine Bewerbung authentisch wirkt oder nicht. Deshalb mach sie dir bewusst zunutze, indem du dein eigentliches Ziel überprüfst.

Übrigens gibt es immer verschiedene Dinge, die du gut kannst oder die dir leicht fallen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie dir auch Spaß machen oder noch wichtiger: dass sie dich mit Sinn erfüllen. Für diese sinnvollen Ziele sind wir nämlich bereit, wirklich unsere Ärmel hochzukrempeln, aktiv anzupacken und auch mal Durststrecken zu durchlaufen. Wenn du solch ein Ziel für dich definiert hast und das in deiner Bewerbung authentisch rüberbringst, wird das auch dein Gegenüber sofort spüren.

Wenn du für deine eigene Zielfindung Unterstützung suchst, melde dich einfach, und dann gehen wir das gemeinsam an.

4. Trau dich an Initiativbewerbungen

Nachdem du dein sinnvolles Ziel definiert und in deinen eigenen Motivationsbrief gegossen hast, möchte ich dich zu einem weiteren Schritt ermutigen, der dir auf einen Schlag entscheidende Bewerbungsmöglichkeiten offenbart: ergreife selbst die Initiative, nimm deine authentische Bewerbung und schicke sie an genau die Unternehmen und Arbeitgeber, die dich auf dem Weg zu deinem sinnerfüllten Ziel begleiten und unterstützen können. Warte nicht ab, bis sie vielleicht irgendwann mal ein Stellenangebot ausrufen, sondern zeige ihnen, dass es dich mit deiner brennenden Motivation gibt, und sie auf dich zählen können.

Auch hier greifen viel zu oft unsere Vorannahmen jede Idee ab, und wir glauben, dass Eigeninitiative albern und peinlich wirkt. Wenn wir uns aber aus unserer vermeintlich sicheren Comfort Zone heraus trauen, passieren kleine und große Wunder: wir erhalten unverhofft positives Echo für unser ehrliches Interesse, wir knüpfen wertvolle Kontakte und erhalten plötzlich Angebote oder erfahren von Möglichkeiten aus den verschiedensten Ecken.

Deshalb lege ich dir direkt Schritt 5 ans Herz:

5. Tausche dich mit Gleichgesinnten aus

Dein direktes Umfeld prägt maßgeblich deinen Weg – also kannst du nur gewinnen, wenn du dich mit offenen Menschen umgibst, die ähnliche Ziele verfolgen wie du. Das motiviert dich nicht nur zusätzlich, sondern du kannst dich mit Gleichgesinnten austauschen, zum Beispiel auch über deine Bewerbungen. Wie lesen andere die Bewerbung? Was fällt ihnen auf? Erkennen sie deine Motivation darin? Was würden sie vielleicht ändern oder hinzufügen? Haben sie Ideen, wo du dich bewerben kannst?

Gemeinsam sitzt ihr im selben Boot und könnt mit gegenseitiger Unterstützung in neue Gewässer steuern. Wenn du noch auf der Suche nach einer starken Community bist oder in deinem Umfeld keine Gleichgesinnten findest, dann schau doch mal in unserer Community vorbei! Hier kannst du dich mit anderen motivierten Durchstartern vernetzen und wertvolle Inspirationen mitnehmen.

Mit diesen 5 Schritten nutzt du jedes »Nein«, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, weiter zu lernen und deinen Weg anzupassen – daraus schaffst du mit einem klaren »Ja« eine Zusage an dein sinnvolles Ziel. Genau das wird auch andere zu einer Zusage an dich bewegen.

»Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.« – Friedrich Nietzsche